ARGE Region Kultur

Der Verein "Eigenständige Bildungsinitiativen" ist eine Regionalstelle der ARGE Region Kultur. Die Arbeitsgemeinschaft für regionale Bildung und Kultur - arge region kultur - ist ein öster-reichweiter Verein zur Förderung von Kultur und Erwachsenbildung.

 

Sie leistet Erfahrungsaustausch und Vernetzung innerhalb von Kultur- und Bildungsinitiativen sowie Bildungs- und Öffentlichkeitsarbeit. Einen besonderen Schwerpunkt bildet die regionale Bildungs­- und Kulturarbeit, in einigen Regionen durch angestellte MitarbeiterInnen. Die Bildungs-­ und KulturarbeiterInnen ermutigen Menschen zur aktiven Mitgestaltung ihres Lebens und ihrer sozialen Umwelt und erproben dabei neue Formen basisorientierter Bildungsarbeit. Es geht dabei u.a. um die Vielfalt und Verschiedenheit von Aktivitäten und Zielgruppen. Weiters geht es um die Suche nach Antworten und die Schaffung flexibler Rahmenbedingungen sowie um zeitgemäße Öffentlichkeitsarbeit.

Die arge region kultur wurde 1985 von Dr. Hans Haid als Dachverband regionaler und überregionaler Kultur­ und Bildungsvereine gegründet. Die arge region kultur ist eine vom Bundesministerium für Bildung und Frauen (BMBF) anerkannte Organisation für Bildungs­- und Kulturarbeit. Mehr zur arge region kultur.

30 Jahre ARGE region kultur

Ein erfreuliches Ereignis! Die ARGE region kultur feierte am 30. Oktober 2015 ihr 30jähriges Bestehen. Der festliche Abend bot einen spannenden Überblick über Entstehung, Entwicklung und aktuelle Angebote. Eine Zusammenfassung von Anton Rohrmoser:


Die Gründung der ARGE region kultur

Hans Haid hat in seiner Grußbotschaft seine Motive zur Gründung der ark und ihre Aktivitäten aufgezeigt. Weiters hat Uschi Derschmidt die Geschichte der ark von der Gründung 1985 bis zum Jahr 2004 im Buch „Gemeinwesenarbeit“ sehr gut aufgearbeitet und ihr Artikel ist auf der Homepage www.argeregionkultur oder im Buch GWA 1 veröffentlicht. Aus Zeitgründen kann ich nur ein paar Aspekte herausgreifen bzw. ergänzen.

Die Gründung der ark stand auch im Zusammenhang mit einer Aufbruchsbewegung der Gemeinwesenarbeit und Eigenständigen Regionalentwicklung 2. Insbesondere folgende Personengruppen wirkten dabei maßgeblich mit: Kritische Bauern und Bäuerinnen, engagierte KonsumentInnen, kritische WissenschaftlerInnen, Kulturakti-vistInnen, ehemalige EntwicklungshelferInnen aktive BeamtInnen und PolitikerInnen. Träger dieser Entwicklung waren die ÖBV - Österreichische Bergbauernvereinigung 3 (Gründer Franz Rohrmoser), der Bergland Aktionsfonds (BAF), die ÖAR - Österreichische Arbeitsgemeinschaft für eigenständige Regionalentwicklung 4. Hans Haid hatte regen Kontakt zu diesen Organisationen und wirkte in deren Gremien mit, wie z. B. als Kuratoriumsmitglied beim BAF oder als Vorstandsmitglied bei der BWI – Waldviertler Bildungs- und Wirtschafts-initiative. Er hat in den Dachverband der ark neben den Volksgruppenverbänden und Kulturinitiativen auch die ÖAR als Mitglied aufgenommen, damit hat er in den ländlichen Regionen eng mit den Regionalvereinen koope-rieren konnte. Es gab z. B. mehrere Kooperationen zwischen BWI und der ark wie z. B. Folk- und Volksmusik-festival 1984 in Eggenburg u. a. Auch die EB – Organisationen, insbesondere der Ring Österreichischer Bildungswerke, waren an dieser Entwicklung stark beteiligt. Seit 1999 gibt es die GWA-Seminarreihe im bifeb Strobl  5, bei der viele Projekte präsentiert und dokumentiert wurden.

 

Selbstverständnis und Aktivitäten der ark in der Anfangsphase

Das Selbstverständnis und die Aktivitäten der ark ergaben sich aufgrund der Interessen der Mitgliedsvereine, insbesondere wurden Themenbereiche der Volksgruppen, der Kulturinitiativen und der Regionalvereine bearbeitet


  • Die Errichtung und der Ausbau des Pöllinger Speichers in Reinprechtspölla durch den Mitgliedsverein IDI - Internationales Dialektinstitut zu den Themen Minderheiten, Heimat, Volkskultur, Dorferneuerung, Kulturarbeit u. a.
  • Aus- und Weiterbildung von Interessierten an praktischer Kulturarbeit
  • Die Durchführung von Forschungsprojekten: Dorfanalysen, Feldforschung
  • Die Herausgabe der Pöllinger Briefe, eine anerkannte kulturpolitische Zeitung, die aber 2002, nach fast 20 Jahren, aus finanziellen Gründen eingestellt werden musste.
  • Jährliches Folk-, Volksmusik- und Poesiefestival zur Aufhebung der Kluft zwischen Hochsprache und Dialekt, z. B. das große Waldviertelfest & Ausstellung mit 42 Projekten und Initiativen 1987 mit einem außergewöhnlichen Musikprogramm wie die Broadlahn, Graslgeiger, Sigi Maron, Neuwirth-Extrem-Schrammeln u. a.
  • Die Seminarreihe „Kultur aktiv“, Minderheiten in Österreich und Europa. Diese Seminare fanden vor dem Nationalfeiertag in Rechberg in Kärnten statt. Ziel war die friedliche Koexistenz zwischen den Volksgruppen.
  • Die Seminarreihe „Kulturarbeit im ländlichen Raum“ in Kooperation mit dem bifeb Strobl.
  • Die ark organisierte eine Erhebung von Kulturinitiativen und deren Vernetzung, Jonny Diewald erhob und vernetzte Initiativen in NÖ. Martin Pichlhofer, Wolfgang Freitag und Beate Scholz gaben das Buch „Kulturinitiativen in Österreich zwischen Subversion und Subvention“ heraus.
  •  Ab 1986 Erarbeitung eines Konzeptes für kulturelle Regionalberatung gemeinsam mit der ÖAR und der Arbeitsmarktbetreuung, basierend auf einer Fragebogenaktion der ark.
  • Die ark realisierte ein vielfältiges, innovatives, kulturpolitisches Programm und wirkte bei der Gründung der IG Kultur, der Interessensvertretung der Kulturinitiativen, aktiv mit.

 

Bereich Bildungs- und Kulturarbeit in der ark ab 1988

Analog zu den neuen Berufsbildern der Regionalbetreuung und der Arbeitsmarktbetreuung wurde ab 1986 die Erarbeitung eines neuen Berufsbildes für regionale Bildungs- und Kulturarbeit in Angriff genommen. Die Trägerschaft dafür übernahm schließlich die ark und bestellte mich dafür als GF. Ich war bereits maßgeblich innerhalb der ÖAR mit aktivierender Bildungs- und Projektarbeit tätig und hatte somit entsprechende Erfahrungen und Kontakte diesbezüglich. Durch die Umstrukturierung der ÖAR in eine Beratungs-GmbH wurde die gemeinwesorientierte Bildungsarbeit und die Regionalvereine aufgegeben, deshalb sollte diese erfolgreiche Aktivierungsarbeit in einer neuen Organisation weitergeführt werden.

Vorhandene Konzepte und Erfahrungen wurden gemeinsam mit den ark - MitarbeiterInnen auf das neue Berufsbild hin adaptiert, ein Organisationsmodell entwickelt und bei Förderstellen eingereicht und verhandelt. Bei den Verhandlungen um ein entsprechendes Budget im Bildungsministerium mit Hans Dvorak, Abteilungsleiter, und der Ministerin Hilde Hawlicek und später mit Minister Rudolf Scholten wurden wir damals maßgeblich von Vertretern des BKA, Alfred Kohlbacher, vom Sozialministerium und dem AMS NÖ, Karl Fakler, unterstützt, die bereits in der Projektarbeit im Waldviertel involviert waren.


Mitarbeiterinnen in den Regionen wurden dem Bereich Bildung zugeordnet:

 

  • Brigitte Menne OMV, initiierte u. a. den Frauentreff Rohrbach
  • Maria Arnreiter, UMV, organisierte grenzüberschreitende Kulturprogramme
  • Christina Nöbauer, Pzg. entwickelte u. a. das Projekt Elternbildung Pinzgau
  • Waltraud Schweiger, Ost-Stm, initiierte u. a. ein Pädagogisches Zentrum
  • Elisabeth Kornhofer schuf das Modell Bildungs- und Kulturarbeit in Wagrein Sbg. Sie ist leider 2012 an einem Krebsleiden gestorben.
  • Als Begleitforscher für die oben genannten Mitarbeiterinnen wurde Günther Marchner beauftragt.

 

Weiters wurde von der ark das „Modell NÖ“ mit je einer Bildungs- und KulturarbeiterIn in den vier Landesvierteln entwickelt und umgesetzt, das leider nach zwei Jahren mangels an Finanzierung beendet wurde. Waldviertel Gerhard Linhard, Weinviertel Helene Schrolmberger, Industrieviertel Heidi Behn-Thiele, Mostviertel Roswitha Baroud. Als Begleitforscher wurde Lars Karlsson engagiert.

 

In den Pöllinger Briefen im Frühling 1988 wird das Konzept Regionale Bildungs- und Kulturarbeit einer breiten Öffentlichkeit vermittelt:

 

  • Stabilisierung des Konzeptes Bildungs- und Aktivierungsarbeit zur Förderung von Demokratie und Kultur im ländlichen Raum…
  • Die wichtigste Aufgabe im Rahmen dieses Konzeptes ist, gute organisatorische und finanzielle Vorraussetzungen für die Beschäftigung von regionalen Bildungsarbeiter/innen zu schaffen…
  • Bildungsarbeit soll einen Beitrag zu mehr bildungsmäßiger, sozialer und wirtschaftlicher Chancengleichheit leisten. Sie soll zur besseren Kommunikation, stärkeren Solidarisierung, zur lebendigen Demokratisierung und selbst bestimmten Kultur befähigen. Kultur wird als Hilfe zur Lebensbewältigung verstanden. Diese Bildungs- und Kulturarbeit wird als Ergänzung zu den bestehenden EB-Organisationen gesehen (Kooperation statt Konkurrenz - z. B. wurde mit dem NÖ Bildungs- und Heimatwerk eine Kooperationsvereinbarung abgeschlossen).

 

Viele innovative Veranstaltungen und Projekte wurden von den MitarbeiterInnen entwickelt und umgesetzt. In Ausbildungen und durch strukturierten Erfahrungsaustausch wurde das Aufgabenprofil bearbeitet und immer wieder intensiven Reflexionen unterzogen, mehrmals mit professioneller Begleitung.

Nach zehn Jahren wurden die Ziele, Organisationsform und Aufgaben des Bereiches Bildung im Buch „Modelle und Reflexionen – Bildungs- und Kulturarbeit in den Regionen“ umfassend dokumentiert. Die BildungsarbeiterInnen berichten ausführlich über Erfolge und Herausforderungen ihrer Arbeit und Günther Marchner bietet darin eine differenzierte Reflexion über das neue Berufsbild. Er benennt eine Reihe von Konfliktfeldern aufgrund des sehr vielfältigen Aufgabengebietes und der komplexen Organisationsform (örtliche, regionale, landes- und österreichweite Vernetzung). Bundesministerin Elisabeth Gehrer schreibt anlässlich der Herausgabe des Buches: „Die arge region kultur nimmt eine wichtige Vorreiterrolle in der Förderung regionaler Bildungs- und Kulturarbeit ein. Ich danke Ihnen und allen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern für Ihr hohes Engagement in diesem Bereich, dass durch das neu erschienene Buch eindrucksvoll unter Beweis gestellt wird“.

Die ark hatte in ihrer Blütephase 1988 23 Beschäftigte, davon wurden zehn über die Aktion „Stellenlose Lehrer in der Erwachsenenbildung“ finanziert. Die ark hatte damals zwei Geschäftsbereiche: Den Bereich Kultur mit GF Hans Haid, und den Bereich Bildung mit GF Anton Rohrmoser. Uschi Derschmidt wurde als Generalsekretärin beauftragt, beide Bereiche bestmöglich zu verbinden. Alle drei bildeten das Geschäftsführungsteam. Hans Haid übersiedelte nach Tirol, gründete pro vita alpina und legte im November 1992 seine Funktion als GF zurück. Uschi Derschmidt wurde als seine Nachfolgerin bestellt und war bis 2003 als GF im Bereich Kultur für Veranstaltungen und Pöllinger Briefe verantwortlich. Die Mittel im Kulturbereich wurden leider weiter reduziert, sodass ihre Anstellung beendet werden musste.

Die enormen Budgetkürzungen des Bildungsministeriums: Die 19%ige Kürzung im Jahr 1995 konnte mit aller Kraft ohne Kündigungen bewältigt werden. Aber 1996 wurde die Lehreraktion beendet, dadurch mussten 6 Mitarbeiterinnen in den Kulturverbänden ihre Tätigkeit aufgeben. Von 1995 bis 2003 wurde das Budget der EB halbiert, erst ab 2005 wurde eine leichte Erhöhung erreicht und ab 2009 wurde von Ring und KEBÖ eine Leistungsvereinbarung ausverhandelt, die eine mittelfristige Absicherung brachte.

Kontakte und Kooperationen zum Ring und blieb: Erste Kontakte mit Angela Bergauer und Gernot Stimmer gab es bereits ab 1982 durch die die GWA - Reihe im bifeb in Strobl. Von 1982 bis 2001 habe ich im GWA-Team mitgearbeitet. Weitere Kontakte durch die Publikation des Ringes zur Dorferneuerung 1992: Selbststudien-material in zehn Bausteinen, bei der ich den Baustein zehn verfasste. Insbesondere entstand eine tragfähige Kooperation durch die Mitgliedschaft der ark beim Ring ab 2002. Es gibt regelmäßige Kontakte durch die Mitarbeit in Vorstandssitzungen und Generalversammlungen sowie durch die Teilnahme von ark - Mitarbeite-rInnen in der Pädagogischen Plattform.

Ab diesem Zeitpunkt übernahm der Ring auch die Abwicklung der Förderungen. Weiters beteiligt sich die ark seither beim LQW-Zertifizierungs- und Testierungsprogramm, das vom Ring empfohlen wurde. Durch die Mitgliedschaft im Ring ist die ark auch in der KEBÖ vertreten und dadurch konnte das Budget in der Abteilung EB gesichert werden, weil das Budget der EB nur mehr an KEBÖ-Organisationen vergeben wird. Indem die ÖBV in der ark Mitglied wurde, konnte auch deren bisherige Personalsubvention erhalten werden.

 

Weiterentwicklung des Selbstverständnisses der ark

Ilse Stadler hat nach meiner Pensionierung 2010 die Geschäftsführung der ark übernommen. Sie hat insbe-sondere durch die Koordination des LQW-Prozesses (ein Selbstreport mit 102 Seiten Umfang) die inhaltliche und organisatorische Arbeit der ark gemeinsam mit Mitarbeiterinnen und Vorstand weiterentwickelt. Vom Leitbild über Bedarfserhebung, Schlüsselprozesse, Infrastruktur, Führung bis zur strategischen Entwicklung wurden elf Qualitätsbereiche bearbeitet. Weiters war es notwendig, den neuen Anforderungen des Leistungs-kataloges des Bildungsministeriums zu entsprechen. Als Bildungsmaßnahmen sind darin vorgesehen: Politische Bildung, Gemeinwesenarbeit, soziale Kompetenz, Persönlichkeitsbildung, Integrationsmaßnahmen und kulturelle Bildung.

Gerda Daniel hat nach der Pensionierung von Ilse Stadler ab 2013 die Geschäftsführung übernommen. Inzwischen ist es für die neuerliche Zertifizierung wiederum erforderlich, alle Qualitätsbereiche, insbesondere das Leitbild zu aktualisieren. Aufgrund ihrer Ausbildung, ihrer Erfahrung und ihrer Persönlichkeit leitet und begleitet sie diesen Prozess auf eine sehr professionelle und ergebnisorientierte Weise. Damit ist ein neuer Aufbruch in der ark spürbar.

Die ark-MitarbeiterInnen sind sehr engagiert und leisten hervorragende Bildungs- und Kulturarbeit in innovativen Projekten mit vielen interessanten Angeboten. Über die aktuelle Arbeit in den Regionalstellen berichten die MitarbeiterInnen selbst bzw. sind ihre Aktivitäten auf der Homepage nachzulesen.

 

  • Gerda Daniel, Geschäftsführerin
  • Ilse Stadler-Epp, Projekt Metaffa
  • Gertrude Wieser-Moschitz, Kultur und Kommunikationszentrum St. Johann im Rosental
  • Jutta Müller, Frauennetzwerk Rohrbach
  • Ludwig Rumetshofer ÖBV – Via Campesina
  • Anna Kornfeld und Alexandra Buzanich, Kuga Großwarasdorf
  • Martin Kirchner, ebi - Eigenständige Bildungsinitiativen Waldviertel und Dunkelsteinerwald

 

Der Vorstand der ark: Er besteht aus Mitgliedern der Mitgliedsvereine und ist hauptverantwortlich für die gesamte Arbeit der ark. Die Vorstandsmitglieder sind auch alle selbst aktiv in die Bildungs- und Kulturarbeit eingebunden. Der aktuelle Vorstand:

 

  • Obmann: Janko Malle, Slowenischer Kulturverband, Klagenfurt
  • Kassier: Anton Rohrmoser, ebi - Eigenständige Bildungsinitiativen, Gföhl
  • Kassier Stv.: Hans Linzer, KUGA Großwarasdorf
  • Schriftführerin: Ilse Stadler-Epp, Etsdorf
  • Schriftführerin Stv.: Sigrid Kramer, ÖDA Wien

 

Alle Vorstandsmitglieder haben durch den Erfahrungsaustausch und ihr umfangreiches Kultur- und Bildungs-angebot die ark geprägt. Insbesondere hat Janko Malle als langjähriger Obmann viel Zeit in die ark eingebracht, begleitet sie umsichtig und bereichert die ark durch sein außergewöhnliches Engagement im Slowenischen Kulturverband durch viele Veranstaltungen, Projekte, zahlreiche Publikationen u.v.a.m.

 

Weitere Entwicklung

Die Herausforderungen für die Bildungs- und Kulturarbeit sind angesichts unserer großen gesellschaftlichen Probleme allgemein und insbesondere in entlegenen ländlichen Regionen enorm: Finanz- und Wirtschaftskrise, Klimawandel, zunehmende Arbeitslosigkeit, immer mehr prekäre Dienstverhältnisse, demographischer Wandel, Fremdenfeindlichkeit u.v.a.m.

Der Schlüssel zur mittelfristigen Lösung unserer gesellschaftlichen Herausforderung liegt aus meiner Sicht nach wie vor in einer aktivierenden, aufklärenden Bildungs- und Kulturarbeit. In und mit der Kultur gestalten wir die Zukunft. Der Gehirnforscher Gerald Hüther schreibt in seinem Buch „Kommunale Intelligenz“ 9 : „Der Begriff Community Education wird mit gemeinwesenorientierter Bildung übersetzt. Ausgehend von unserem Verständnis von Bildung wird versucht, Kindern und Jugendlichen entsprechendes Wissen zu vermitteln und sie dazu zu bringen, sich sämtliche Kenntnisse anzueignen, die für das Leben in den jeweiligen Kommunen wichtig erscheinen. Neben diesen gemeinwesenorientierten Bildungszielen geht es dabei aber auch um die strukturelle, soziale und ökonomische Entwicklung“. Die Ursachen der großen Flüchtlingsströme aus den Kriegsgebieten basieren u. a. auf fundamentalistischen Werthaltungen und totalitären Staatsstrukturen. Fundamentalismus wird geprägt durch Stammesideologie, durch Armut und mangelnde Bildung. Der langfristige Ausweg ist eine Kultur, die die Menschenrechte als Grundlage achtet und demokratische Strukturen entwickelt - Lösung von Konflikten durch Dialog anstatt mit Waffen. Im Westen besteht die Herausforderung, einer Postdemokratie entgegen zu wirken durch eine politische Bildung im Sinne von Demokratie lernen und leben.

 

Danksagung

30 Jahre ark waren bewegte Zeiten mit vielen innovativen Veranstaltungen und Projekten und mit einer intensiven Auseinandersetzung mit den gesellschaftlichen Rahmenbedingungen. Dafür gebührt ein herzlicher Dank allen, die dazu einen Beitrag geleistet haben, insbesondere unserem Gründer Hans Haid, den Vorstands-mitgliedern, den MitarbeiterInnen, den Kooperationspartnern, besonders den RingvertreterInnen Angela Bergauer, Wolfgang Kellner und Günther Signitzer, dem bifeb, Christian Kloyber, den VertreterInnen der Förderstellen der Länder und des Bundes, insbesondere dem Bildungsministerium, Robert Kramreither und vor allem auch den vielen engagierten ehrenamtlichen MitarbeiterInnen an der Basis. Besten Dank auch für die tatkräftige Unterstützung bei administrativen und organisatorischen Aufgaben an meine Frau Anneliese und an meinem Büromitarbeiter Peter Fischer.


Anton Rohrmoser

 

Literatur

1  Buch GWA, Ursula Derschmidt, Gemeinwesenarbeit und kulturelle Entwicklung am Beispiel der arge region kultur, Seite 69 bis 79 StudienVerlag 2004
2  ebenda Anton Rohrmoser, Streiflichter der Entwicklung der Gemeinwesenarbeit in Österreich, Seite 9 bis 17
3  ebenda Franz Rohrmoser, GWA am Beispiel der ÖBV, Seite 18 bis 34

4  Buch Bis an die Wurzeln, Günther Marchner, Seite 57 bis 68, StudienVerlag 1993
5   ebenda Wolfgang Kellner, Reihe GWA ab 1979 im BIfEB Strobl, Seite 122 bis 134
6  Broschüre Martin Pichlhofer u. a. Kulturinitiativen in Österreich zwischen Subversion und Subvention, edition Umbruch 1991
  Pöllinger Briefe, Frühling 1988, Nr.19 Seite 2 bis 14
8  Buch Modelle und Reflexionen, Bildungs- und Kulturarbeit in Regionen, Günther Marchner, Reflexion über 10 Jahre regionale Bildungs- und Kulturarbeit der ark Seite 104 bis 122, StudienVerlag 1999
Buch Gerald Hüther, Kommunale Intelligenz, Seite 94, edition Körber-Stiftung Hamburg 2013